Aktuell
Tagungsbericht

Ein- und Ausblicke

SAF-Tagung vom 14. März 2026

von Viviane Backhaus

Pünktlich um 9:30 Uhr – zu «Plutos Gunst der Stunde» am MC – begrüssen Silvia Benz und Andrea John 30 ZuhörerInnen, die sie durch die Tagung führen werden.

Pluto wird im nächsten Vortrag gleich vom Thron gestossen,  nämlich vom Zwergplaneten Eris. Rolf Liefeld, dessen  Forschungsschwerpunkte u.a. neu entdeckte Himmelskörper des Kuiper-Gürtels sind, stellt uns in seinem Vortrag die Göttin des Streits und der Zwietracht vor, die jenseits der Neptunbahn beheimatet ist. Eris wurde am 21.10.2003 von Mike Browns Team entdeckt und steht momentan im Zeichen Widder auf 24°57’. Sie verweilt ca. 120 Jahre in einem Zeichen und braucht 560 Jahre um die Sonne.
Die Bahn von Eris ist 44° gegen die Ekliptik geneigt. Liefeld erklärt, dass der Sage nach, Eris sich in ihrer Eifersucht und verletzten
Eitelkeit gerächt hatte, da sie an der Hochzeit des Pelens nicht eingeladen wurde. Somit sind die Schattenseiten von Eris neben
Eifersucht auch krankhafter Ehrgeiz, Provokation und Zank. Eris vermag aber auch die Faulen zu mühevoller Arbeit anzustacheln
und kann dank ihrer Willenskraft viel erreichen.

Liefeld veranschaulicht dies an zwei Beispielen: Bei Angela Merkel befindet sich Eris im 3. Haus im Quadrat zur Merkur-
Jupiter Konjunktion in Krebs. Merkel war in ihrer Politkarriere nie auf dem Mund gefallen und konnte sich mit Worten durch-setzen und sich somit lange an der Macht halten, dank Eris.  Liefeld analysiert auch die Horoskope von Franz Becken-bauer, Trumps Amtseinführung,

der Beginn des 2. Weltkriegs, das Google-Gründungshoroskop und zuletzt die IAU-Abstimmung vom 23.3.2025, wo sich Eris treffen-derweise am AC befindet. Die Frage, die Liefeld am Beginn des Vortrags gestellt hatte: «Brauchen wir überhaupt neue Himmelskörper» wurde somit beantwortet.

Seite 1

 

 

Nach einer kurzen Pause stellt uns Andrea Engel in ihrem Vortrag «Heilung durch Bewusstwerdung» ihr Grundverständnis von Krankheit und Gesundheit vor. Sie erläutert die verschiedenen Therapie Ebenen der Gesundheit: körperliche Beschwerden,
Gefühle und die jeweiligen Auslöser, wie ungelöste Konflikte, prägende Erlebnisse und Energiefresser und warum der Mensch
überhaupt krank wird. Für Engel ist klar, dass der Körper uns immer eine Geschichte erzählt und wir ihm zuhören sollten, denn es ist die
Geschichte der Seele.

Engel beleuchtet in ihrem Vortrag auch die Ursache und Wirkung von Krankheiten auf der geistigen sowie materiellen Achse und welche astromedi-zinischen Fragestellungen hilfreich sind, um das Krank-heitsmuster zu erkennen (WAS, WO, WIE) und wie wichtig die Vision der Gesundheit in der erlösten Form ist.  Engel konkre-tisiert anhand von einem Fall-beispiel das astromedizinische 

 Vorgehen bei einer Entzündung eines Iliosakralgelenks.  Schluss-endlich ist allen klar, dass jede Erkrankung psychosomatisch ist.

Nach der Mittagspause stellt uns Lianella Livaldi Laun in ihrem Vortrag «Solarhoroskope in Verbindung mit anderen astrologischen Verfahren» zwei Beispiele vor: Es geht um einen Wohnungswechsel und um eine toxische Geschwisterbeziehung. Sie erklärt, dass beim Solar niemals alle Aspekte gedeutet werden
sollen. Wichtig in der Deutung sind ein stark besetztes Solarhaus, Sonne im Haus, Haus des AC-Herrschers und das Haus, wo der
Solar-AC ins Radix fällt. 

   

Das 4. Haus ist ein Indiz, wie das Solarjahr enden wird. Beim
Stundenhoroskop ist es wichtig zu unterscheiden, ob die Frage beantwortet wird oder ob es sich um eine Scheinfrage handelt,
denn es könnte sich auch um ein anderes Thema handeln. Livaldi erklärt ausserdem die Wichtigkeit des AC-Herrschers im 
Stundenhoroskop, schwierige Aspekte sowie Planeten, die rück-läufig sind und sich im Exil befinden. Auch erläutert Livaldi das Combin der zerrütteten Geschwisterbeziehung mit ihrem karmischen Hintergrund.

Nach der Pause stellt Gerhard Lukert in seinem Vortrag die Frage in den Raum «Astrologie ohne Planeten – geht das»?
Das dies sehr wohl geht beweist der Zyklenforscher in einer Reihe von geschichtlichen Entwicklungen.
Sein Diskurs führt uns zuerst in die Kirchengeschichte, denn rund alle 250 Jahre gab es eine 

 Katastrophe, angefangen bei Jesus’ Kreuzigung. Das Christentum entstand unter einer Uranus-Neptun Opposition, die den Zyklus lenkt. Auch die französischen Dynastien enden jeweils nach 246 Jahren. In Grossbritannien gibt der 164-jährige Neptun Zyklus den Takt an und in den USA kamen einige Präsidenten unter mysteriösen
Umständen ums Leben; Fluch eines Indianers? Lukert stellt uns auch im konkreten Beispiel des US-Präsidentschaftshoroskops
(14.4.1789) wie Neptuntransite in Konjunktion oder Opposition kritische Auslöser für die jeweiligen Präsidenten sind. Auch für Trump beginnt ab April 2026 eine instabile Zeit.

Seite 2

Lukert stellt uns noch viele weitere Zyklen vor, z.B. die Kriegsver-läufe in Grossbritannien von 84 Jahren (Uranus), die Uranustransite bei der SPD von 1893-1998, die Rückkehr des Ayatollah ...
Der Vortrag endet bei Russlands Machthabern, die von einem 30-jährigen Zyklus (Saturn) mit ihren Hochs und Tiefs gelenkt werden.

Die Tagung endet pünktlich mit dem Mondwechsel in Wassermann. Wir können auf eine schöne, gehaltvolle und interessante Tagung zurückblicken in einem wunderschönen Raum im irchgemeindehaus
(Fische Betonung), einer gemütlichen Runde mit höchst präsenten und konzentrierten Zuhörern (Mond in Steinbock) und mit 
tiefgründigen und fachkundigen ReferentInnen – ganz im Sinne von Pluto.


Fotos von Rolf Baltensperger
Foto 4 von Viviane Backhaus

Bericht als PDF-Datei

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ERKLÄRUNG: Tropischer und Siderischer Tierkreis

 Vereinigung deutschsprachiger Astrologie-Organisationen

Die Tierkreiszeichen in der Astrologie

Der Tierkreis ist ein zentrales Element in der Astrologie. Es werden zwei Systeme benutzt: der tropische Tierkreis und der siderische Tierkreis. Der tropische Tierkreis (von dem griechischen Wort trópoi τρόποι = Wendepunkt) beginnt mit der Frühjahrs- Tagundnachtgleiche bei 0° Widder, astronomisch der Schnittpunkt von Ekliptik und Himmelsäquator.

Die Ekliptik ist von der Erde ausgesehen die scheinbare Bahn der Sonne im Jahreslauf. Ausgehend von dem definierten Nullpunkt wird die Sonnenbahn analog den Monaten in 12 gleiche Abschnitte unterteilt. Entgegen der landläufigen Meinung wurde der tropische Tierkreis nicht von den Sternbildern abgeleitet. Er ist als eigenständiges System entstanden und erst später wurden die Abschnitte nach den dahinterliegenden Sternbildern benannt. Der tropische Tierkreis wird auch heute noch von den allermeisten Astrologen verwendet.

Bei der zweiten Definition des Tierkreises werden gerade die Konstellationen der Sternbilder hinter der Ekliptik als astronomischer Bezug genommen, weshalb man hier vom siderischen Tierkreis spricht (von zu lateinisch sidus, Stern).

Der Nullpunkt wird durch einen ruhenden Punkt am Himmel, z.B. einem Fixstern, bestimmt. Da sich die jährlich wiederkehrende Position der Sternbilder aufgrund der Präzession in 72 Jahren um 1° verschiebt, wandert der Anfangspunkt des siderischen Tierkreises 0° im Sternbild Widder relativ zu der im tropischen System fixen Frühjahrs- Tagundnachtgleiche.

Das heißt, während beim tropischen Tierkreis der Anfangs- bzw. Frühlingspunkt immer bei 0° Widder steht, sind die Sternbilder demgegenüber vorwärts gewandert. Folglich sind Sternbild und Tierkreiszeichen nicht mehr deckungsgleich, so dass das Sternbild Widder heute mehrheitlich im tropischen Tierkreiszeichen Stier steht.

Da der Anfangspunkt des siderischen Tierkreises astronomisch nicht eindeutig definierbar ist, wird er anhand der Abweichung vom Nullpunkt des tropischen Tierkreises ausgehend errechnet (dem sogenannten Ayanāṃśa).

Die Mehrheit der siderischen Astrologen unterteilt den siderischen Tierkreis von diesem so bestimmten Nullpunkt aus ebenfalls abstrakt in zwölf 30°Abschnitte. Die unterschiedliche Länge der tatsächlichen Sternbilder bleibt bei dieser Gruppe außer Acht. Es gibt aber auch siderische Schulen, welche die tatsächliche Ausdehnung der Sternbilder als Grundlage nehmen. Mit dem siderischen Tierkreis wird vorwiegend in der indischen Astrologie gearbeitet.

Ein Richtig oder Falsch gibt es nicht, es gibt lediglich zwei unterschiedlich definierte Bezugsrahmen.

Diese Erklärung zum tropischen und siderischen Tierkreis entstand in einer Arbeitsgruppe der Vereinigung deutschsprachiger Astrologie-Organisationen und wird von diesen astrologischen Vereinigungen unterstützt (Stand 11.01.2025):

    • Astrologische Arbeitsgemeinschaft Stuttgart
    • Deutscher Astrologen Verband e.V. - DAV
    • Internationaler Fachverband für Astrologische Psychologie - IFAP
    • Kepler-Institut International Kep-In
    • Österreichischer Astrologen-Verband - OEAV
    • Schweizer Astrologenbund - SAB
    • Schweizer Astroforum – SAF

Quelle: https://www.astrologieverband.org/beitr%C3%A4ge/tierkreise

 

SAF Studienkreise

Die SAF Studienkreise sind öffentliche Veranstaltungen und sind in der Regel für SAF Mitglieder kostenlos, für Gäste wird mindestens eine Gebühr von CHF 10.- erhoben. Wenn Studienkreise zusätzliche Leistungen für Restauration anbieten, wird auch für SAF-Mitglieder ein Beitrag gemäss Ausschreibung erhoben.

Weiterbildung

Falls verfügbar, werden hier Studienangebote und Seminare von SAF Kursleitern ausgeschrieben.